Windows und Linux – ein Zwischenbericht

Ich habe im Februar dieses Jahres mit der Nutzung von Linux begonnen. Linux sollte bei mir auf längere Sicht Windows ersetzen, mit dem ich aus den verschiedensten Gründen (siehe meine ersten Blogeinträge) nicht zufrieden war. Nach den Anfangsschwierigkeiten, die nicht gering, aber natürlich zu erwarten waren, hat sich inzwischen die Lage etwas beruhigt, so dass ich mich in der Lage fühle, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Nach wie vor besticht Linux durch seine Schnelligkeit in Vergleich zu Windows (zu meinem Windows; generell kann ich nur vermuten, aber keine fundierte Aussage machen). Ein paar Kleinigkeiten sind in Linux besser gelöst als in Windows. Umgekehrt gilt das sicher auch, aber da ich noch nicht alle Feinheiten von Linux (KDE) kenne, kann ich das insgesamt noch nicht abschätzen.

Und was ist der Nachteil von Linux? Es gibt in meinen Augen einen sehr großen: Sehr vieles (eigentlich zu vieles), was ich aus Windows kenne und in Linux auf die gleiche oder eine ähnliche Weise machen will, geht beim ersten Mal schief! Einiges davon kann ich hinkriegen, manches lässt sich ohne nennenswerte Einbuße umgehen, aber folgendes habe ich gelernt: Wenn ich etwas, das wichtig oder zeitkritisch ist und das ich noch nie in Linux gemacht habe, tun möchte, dann auf keinen Fall in Linux! Außer dass es im gewohnten Windows natürlich sicherer ist, geht es auf die alte Weise trotz des Zeitaufwands für den Wechsel des Betriebssystems auch meistens schneller. Die Methode der Wahl ist statt dessen, das für Linux Neue dann zu versuchen, wenn kein Druck irgendwelcher Art dahintersteht.

Jetzt wird jede(r) wissen wollen, was das für Probleme sind. Solche Probleme aus meiner ersten Linuxzeit habe ich in meinen früheren Blogeinträgen beschrieben. Danach kommen aber noch zahlreiche weitere, für deren Berichterstattung ich keine Zeit oder keine Lust hatte. Ein Beispiel ist der Fall, in welchem ich 3,90 Euro von meinem Konto abbuchen ließ, um danach eine DHL-Päckchenmarke auszudrucken, was mir aber in Linux nicht gelang. Da man dabei nur 1 Versuch hat, war ich auf die Kulanz der Firma angewiesen, meine Päckchenmarke noch einmal freizuschalten, damit ich sie dann in Windows wie gewohnt ausdrucken konnte. Andere Probleme, die ich hatte, werde ich bei Gelegenheit in diesem Blog auch noch nachtragen.

Übrigens habe ich inzwischen auch eine Web-Seite über die mir aufgefallenen Probleme und Fehler in Linux begonnen (ist aber noch nicht komplett), auf der ich (hoffentlich) nüchtern berichte und den erzählenden und emotionalen Teil der Blogeinträge weglasse:

http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~x22/linuxpro.html

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Google Chrome

Web-Browser kann man nie genug haben! Das zeigt zwar, dass es den ultimativen Browser nicht gibt, sondern würde der eine ja genügen, aber da die Browser alle (?) irgendwo ihre Defizite haben, komme ich mit einem oder zweien halt nicht aus. Da fand ich mal wieder eine (vermutlich von Google bezahlte oder von einem blindwütigen Fan propagierte) Werbung für Google Chrome, ging auf die entsprechende Seite, lud das Programm herunter und installierte es.

Genauer muss ich sagen, ich wollte es installieren, aber es ging nicht, da irgendein Programm in meinem System nicht in der benötigten Version vorlag, obwohl mein System auf dem aktuellen Stand ist („lsb“, was ist das?). Vermutlich könnte ich das Problem selber beheben, aber worauf ich hinaus will, ist dieses:

Ein solches Angebot in dieser Form von Google ist in meinen Augen Schrott. Da ich diesen Browser nicht dringend brauche, lasse ich erst mal die Finger davon, denn Schwierigkeiten beim Installieren lassen nicht selten auch auf Nachlässigkeiten in der Programmierung  schließen. Was mich dabei nur ärgert: Auch mein Herunterladen wird gezählt, sodass ich gegen meinen Willen zur Werbung für das Produkt beitrage.

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Der blockierte Affe

Meine Bank teilte mir mit, dass sie die Zinsen für Tagesgeld drastisch senkt. Da Geldverdienen ohne eigene Arbeit aber immer etwas Schönes ist, suche und finde ich eine andere Bank, die (derzeit!) mehr Zinsen zahlt. Beim Ausfüllen des Kontoantrags muss ich auch eine E-Mail-Adresse eingeben. Eine solche Adresse enthält ein Zeichen, das in jeder vorkommt, den Klammeraffen (@). Auf den hierzulande gebräuchlichen Tastaturen erhalte ich dieses Zeichen bekanntlich durch Niederhalten von AltGr und gleichzeitiges Drücken von Q.

Aber was passiert mir hier? Schon, wenn ich AltGr drücke, erhalte ich ein Fehlerfensterchen mit der Meldung “Keyboard Navigation Disabled.”. Das darf ich dann mit ok beantworten, ich darf weitertippen, aber ohne den Klammeraffen.

Das ist also wieder ein Fall für das Linuxforum. Der naheliegende Trick, den Klammeraffen woanders zu tippen und ihn mit Kopieren und Einfügen in die E-Mail-Adresse zu bringen, geht auch nicht. Ein schlauer Mensch empfiehlt mir dann, im Browser Firefox unter Bearbeiten/Einstellungen/Inhalt JavaScript zu deaktivieren.

Siehe da, dann funktioniert es. Allerdings muss ich vor Verlassen des Formulars JavaScript wieder aktivieren, weil ich sonst nicht auf den Weiter-Knopf drücken kann. Übrigens kann ich in Firefox auf anderen geeigneten Web-Seiten durchaus Klammeraffen tippen, nur eben nicht in meinem Antragsformular.

Ich habe natürlich auch andere Browser ausprobiert: Konqueror in Linux blockiert den Klammeraffen ebenfalls, dagegen kann er unter Opera in Linux und unter Firefox in Windows problemlos geschrieben werden.

Als letztes stelle ich mir die Frage, ob das Vorliegende ein Problem von Firefox (in Linux) ist, welches man (ich?) den Leuten, die sich um dieses Programm kümmern, vorlegen sollte. Nach meinen Erfahrungen mit ähnlichen Problemen und nach den Überlegungen, die ich mir dazu machte, über die ich ein andermal berichten werde, lasse ich es aber lieber sein.

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AFS

Als langjähriger Mitarbeiter des URZ Heidelberg habe ich immer noch eine ganze Reihe von Daten im Filesystem der AIX-Rechner, auf die ich manchmal doch noch zugreifen möchte. Da das dortige Filesystem AFS ist (”Andrew File System”), bietet sich natürlich ein AFS-Klient an, um diesen Zugriff zu bewerkstelligen. Ein solcher Klient ermöglicht den Zugriff auf die AFS-Daten in einer Weise, als ob sie lokal (also in meinem Fall in Linux) vorhanden wären. Das ist dann, wenn es keine zeitlichen Probleme gibt (und die gibt es tatsächlich nicht), die komfortabelste Zugriffsart, die ich mir vorstellen kann.

Wenn man in Web-Seiten des URZ nach AFS und Linux sucht, erhält man als zunächst meistversprechende Seite die mit dem Titel “OpenAFS für SuSE-Linux”. Diese Seite ist jedoch veraltet und die Installation geht tatsächlich viel einfacher.

Wenn man bei YaST2 nach openafs sucht, findet man die notwendigen rpm-Dateien. Wie es genau war, weiß ich nicht mehr, aber am Ende mussten die Pakete openafs, openafs-client und openafs-kmp-default installiert werden.

Als nächstes erhebt sich die Frage, wie ich den AFS-Klienten starten kann. So wie ich es in Windows getan habe, geht es sicherlich nicht. Also bei Google nach “afs client starten” gesucht. Es finden sich Seiten fast aller namhaften deutschen Unis, von denen ich die Seite der Uni Bonn mit dem Titel “AFS-Client für Linux …” genommen habe. Nach dem Abändern der Vorschläge nach den Heidelberger Gegebenheiten ist  schon alles fertig. Ich habe mir dann noch eine CLIST /usr/local/bin/afs gemacht, sodass ich AFS mit dem einfachen Befehl afs starten kann. Die Kommandoprozedur enthält eigentlich nur die beiden Befehle “sudo /etc/init.d/openafs-client start” und “klog x22″ (letzteres ist meine Benutzeridentifikation für das URZ).  Nach der Eingabe der beiden Passwörter für root und für x22 ist der AFS-Start komplett.  Als Gedächtnisstütze habe ich noch cd /afs/urz.uni-heidelberg.de/usr/urz/x22 hinzugefügt, falls ich die Sequenz der Verzeichnisse mal vergesse.

Als ich bei dieser Gelegenheit meine AFS-Kenntnisse etwas auffrischen wollte, fand ich eine gute Beschreibung ebenfalls bei der Uni Bonn. Geschrieben wurde sie von einem Mitarbeiter des URZ Heidelberg!

Im Dateimanager Dolphin kann ich mich links in der Ordneransicht die genannten Verzeichnisse entlanghangeln. Da jede Information über das Internet geholt werden muss, kann das ein bisschen länglich werden. Geschickter ist es daher, in der Zeile über der Namenstabelle, in der zum Beispiel “… > Persönlicher Ordner” steht, nach dem letzten Zeichen zu klicken, worauf sich eine Eingabezeile auftut, die im Beispiel /home/peter enthält. Dies überschreibe ich auf einmal mit dem vollständigen Pfad /afs/urz.uni-heidelberg.de/usr/urz/x22 oder auch länger, wenn ich schon weiß, wo ich hinwill. Allerdings kann es durchaus vorkommen, das Dolphin sich längere Zeit ziert. Woran das liegt, habe ich noch nicht herausgefunden.

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Doppelklick

In Windows habe ich mich daran gewöhnt, eine Datei mit einem Doppelklick zu öffnen. Diese Gewohnheit kann ich in Linux nicht so ohne weiteres ablegen. Eine Zeit lang war ich der Ansicht, dass es in Linux egal ist, ob ich im Dateimanager (Dolphin) eine Datei einmal oder zweimal klicke. Das war nämlich der Fall beim Öffnen eines Programms und beim Öffnen einer Datei, die von OpenOffice bearbeitet wird, und das war alles, was ich in den ersten Linuxtagen gemacht habe.

Den zweiten Schritt meiner Erkenntnis machte ich, als ich ein „einfaches Textdokument“ doppelklickte. Dabei sollte mein Editor aufgehen, was er auch tat, aber in zweifacher Ausfertigung! Das gleiche geschah beim Doppelklicken meiner Wine-Anwendung für die Bücherverwaltung.

Den dritten Erkenntnisfortschritt brachte indirekt der Doppelklick auf eine .mp3-Datei. Musikdateien ist das Programm kaffeine zugeordnet, welches ebenfalls doppelt startete und dann aber ohne Fensterbildung mit einem segmentation fault abrauschte. In der Verfolgung dieses Fehler wurde ich dann darauf gebracht, dass man im Dateimanager Dolphin angeben kann, ob eine Datei mit einem einfachen oder einem doppelten Klick zu starten ist. Ich habe das Programm in seiner Voreinstellung (einfacher Klick genügt) belassen (irgendwann werde ich mich daran gewöhnt haben), aber es ist mir nach wie vor ein Rätsel, warum der Doppelklick auf OpenOffice-Dateien stillschweigend wie ein einfacher Klick behandelt wird. Es wäre, glaube ich, ganz praktisch, wenn das bei allen Dateitypen so wäre.

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Unerhörte Musik!

Neulich abends beim Programmieren war es so still, dass ich gerne (ohne aufzustehen) etwas Musik gehört hätte. Da ich inzwischen alle meine Daten von Windows unter LInux zur Verfügung habe, also flugs mit Dolphin etwas ausgesucht und angeklickt. Was konnte ich dann hören? Nichts, absolut nichts! Egal, welche Endung die Musikdateien hatten, das aufgehende Abspielprogramm weigerte sich einfach.

Nach längerem Herumprobieren und Herumsuchen (dabei fiel noch ein anderes Thema ab, von dem ich demnächst berichten werde), kam ich am nächsten Tag endlich auf die Idee, in die Suchmaschine „multimedia“ und „suse“ einzugeben. Der erste Treffer führte mich zu opensuse-community.org/Multimedia und dann über „Restricted Formats“ zu opensuse-community.org/Restricted_Formats. Wer es nachverfolgt, findet weiter. Ich wählte dann die 1-click installation und, ja was habe ich installiert: Zahlreiche Programme und Programmteile, die zusammen erst Linux multimediafähig machen. Danach war dem Musikgenuss keine Grenze mehr gesetzt.

Was ist da eigentlich los? Es wurde erklärt, dass lizenzrechtliche Gründe es erforderlich machen, alle diese Programme vom Installationsmedium wegzulassen. Ich kann dieser Begründung natürlich nicht widersprechen, aber ich finde es aus der Sicht derer, die Linux gerne als die bessere Alternative zu Windows sehen möchten, doch ziemlich ungeschickt, den Linuxanfänger nirgendwo beizeiten daraufhinzuweisen, dass er einen integralen Bestandteil eines heutigen Computersystems erst noch installieren muss (und wie es am einfachsten geht). Dieser Mangel gehört meines Erachtens zu den zahlreichen Problemen, die es verhindern, dass Linux einen größeren Anteil am Betriebssystemkuchen erhält.

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Paranoia? (Windows und Linux)

Ich betreibe unter anderem auch die Entwicklung eines Programms, das in gleicher Weise in Windows, Linux und anderen Unix-Systemen verwendet werden kann. Dabei ist es für den größeren Teil der Programmierung egal, in welchem System sie stattfindet. Früher programmierte ich unter AIX, danach unter Windows und künftig werde ich es wahrscheinlich unter Linux tun. Zu diesem Zweck habe ich unter Windows die für die Programmierung benötigten Daten auf das Laufwerk E: kopiert und dann Windows vollständig beendet, damit ich unter Linux vollständigen und gefahrlosen Zugriff auf die Daten habe. An der genannten Stelle sollten die Daten auch bleiben, damit ich sie beim Weiterarbeiten unter Windows, welches gelegentlich doch nötig ist, nicht wieder verschieben muss.

Nach einer Programmänderung sollte man das Ergebnis testen, also rufe ich das geänderte Linuxprogramm auf. Was passiert? Nichts, außer einer Meldung „Keine Berechtigung“! Da die Daten in /windows/E nicht peter, sondern root gehören, probiere ich es auch unter root, doch auch hier das gleiche Ergebnis, nur dass die Meldung auf Englisch kommt.

Wer kann da helfen? Nach bewährter Manier im Forum (linux-club.de) eine Frage gestellt. Die erste Antwort versucht (wenn ich es wohlwollend betrachte) zu erklären, warum ich unter Linux Programme auf der FAT32-Partition nicht ausführen darf. Ich war schon bereit, mich mit der Sache abzufinden, als dann doch noch eine bessere Antwort kommt. Erstens wird in ihr verraten, dass man die Einstellung „Nichtausführen“ mit dem Befehl mount und passenden Parametern auf „Ausführen“ umändern kann. Zweitens wird versucht zu erklären, dass die Voreinstellung dem Schutz von Linux dienen soll, weil vielleicht ein böser Windows-Benutzer das auszuführende Programm manipuliert haben könnte, sodass es bei seiner Ausführung schadet. Wie das zugehen soll, möchte ich erst mal sehen, zumal es sich ja um ein normalerweise nur in Linux ausführbares Programm handelt.

Die Parameter für mount wurden mir vorsichtshalber auch nicht verraten, sondern ich wurde auf die man-Hilfe verwiesen! Da ich die Erlaubnis zum Ausführen nicht jedesmal neu geben will, habe ich den notwendigen Parameter exec dann in /etc/fstab eingetragen:

/dev/disk/… /windows/E  vfat  users,exec,gid=users,umask=0002,utf8=true 0 0

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